![]() Unverantwortlichkeit und Scheidung bedrohen die Familie VON PRÄSIDENT DAVID 0 McKAY (Vorgelesen von seinem Sohn Robert R McKay)
Meine lieben Brüder und Schwestern, mein Gemüt ist heute morgen durch eine Verkettung von Umständen und Erlebnissen tief bewegt. Ich bin noch niemals so dankbar gewesen für die Segnungen des Herrn und für den Glauben und die Gebete der Mitglieder der Kirche wie heute. Ich bin dankbar für die Wiederherstellung der Kirche und für die herrliche Botschaft an die ganze Welt, wodurch diese Wiederherstellung begleitet ist: Daß Gott lebt und daß Sein geliebter Sohn Jesus Christus der Erlöser und Heiland der Welt ist, daß wir Seine Kinder sind und daß Er uns einen Plan gegeben hat, dem zufolge wir als auferstandene, unsterbliche Wesen in Seine Gegenwart zurückkehren können. Ich bin für die hervorragenden Fortschritte dankbar, welche die Kirche im vergangenen Jahr gemacht hat; für die einige und unbegrenzte Unterstützung durch die Generalautoritäten und die Beamten der Kirche; für Treue, Glauben und Eifer der Hauptausschüsse der Hilfsorganisationen, der Beamten in den Pfählen, Kollegien, Gemeinden und Missionen und aller anderen Mitglieder der Kirche. Aber den größten Dank empfinde ich für die Gewißheit, daß der Herr uns führt und daß Seine Macht alles überwindet. Ich begrüße von ganzem Herzen alle, die in diesem historischen Tabernakel anwesend sind - unsere besonderen Besucher, Führer von der Regierung und auf dem Gebiet der Erziehung, Regionalbeauftragte und unsere Beamten aus Pfählen und Gemeinden sowie die Beamten und Lehrer der Hilfsorganisationen von nah und fern - und die Freunde und Mitglieder, die mittels Fernsehen und Rundfunk Zeugen dieser Konferenz sind; sie alle heiße ich zu der 139. Jahreskonferenz der Kirche willkommen. In den vergangenen Monaten war ich sehr besorgt um das Schicksal der Menschheit in einer Welt voll von Anfechtungen und falschen Idealen. Wenn wir sehen, wie Verbrechen, Mißachtung von Gesetz und Ordnung, die Zahl der Scheidungen, die zu auseinandergerissenen Familien führen, und die Unmoral mit all den Übeln, die sie begleiten, zunehmen und wie wichtige Grundsätze, welche die menschliche Freiheit gewährleisten, abgelehnt und sogar verworfen werden, wird es Zeit, daß Männer und Frauen in der ganzen Welt mehr überlegen und beten; daß sie ernsthafter als je zuvor nach den Ursachen für das Versagen dieser Welt suchen und tapfer und heldenhaft einen besseren Weg wählen. Die Menschheit sollte ihre Gedanken den Lehren Christi, unseres Herrn und Heilands, zuwenden und sich mehr, als es bisher der Fall gewesen ist, in Gedanken und Handlungen danach richten. Wenn sich nicht viele Männer und Frauen auf diese Weise ändern, wird die Welt weiter in Aufruhr bleiben, und unserer ganzen Kultur droht Zersetzung. Es ist eine bedauerliche, aber klar erkennbare Tatsache, daß die meisten Menschen ihr Herz von Gott ab- und nicht Ihm zugewendet haben. Nicht der Ruhm Gottes, sondern ihr eigener Vorteil ist die Triebkraft im Leben der meisten. Überall wird mangelnde Ehrfurcht offenbar. Die Welt braucht mehr Göttlichkeit und weniger Gottlosigkeit, mehr Selbstbeherrschung und weniger Zügellosigkeit, mehr Kraft, um mit Christus sagen zu können: ,,Vater nicht mein, sondern Dein Wille geschehe." (Luk. 22:42) Christus ist gekommen, um uns den Frieden zu bringen. Zwietracht und Streit greifen um sich, weil Seine Lebensweise verworfen wurde. Der Mensch, und nicht der Herr, hat tödliche Konflikte geschaffen, aus denen sich Not und Elend ergeben. Kriege entstehen durch die Gottlosigkeit ungerechter Führer. Erst wenn die Freiheit triumphiert und ein gerechter Friede gefunden wird, können wir auf das Ende der Kriege und auf guten Willen unter den Menschen hoffen. Heute, wo diese Tatsachen so sehr ins Auge fallen, müssen alle aufrichtigen Menschen erkennen, wodurch Kriege verursacht werden, und sich entschließen, sie mit Gottes Hilfe auf immer zu verbannen. Recht und Freiheit müssen über Ungerechtigkeit und Bedrückung siegen. Ich wiederhole: Der Krieg wird nicht überwunden werden, bevor die Menschen ihren Sinn wandeln und neue Ideale finden. Ein wesentliches, grundlegendes Element beim Aufbau und bei der Erhaltung eines guten Volkes ist die Familie. Die Stärke der Nation, besonders einer republikanischen Nation, liegt in der vernünftigen und geordneten Familie. In einem geordneten Elternhaus können wir hier auf der Erde den Vorgeschmack des Himmels kosten. Hier erlebt das kleine Kind durch die Liebkosungen der Mutter zum erstenmal ein Gefühl der Sicherheit, entdeckt in ihrem Kuß ein erstes Gefühl der Zuneigung und findet im Mitgefühl und in der Zärtlichkeit der Mutter zum erstenmal die Gewißheit, daß es auf der Welt Liebe gibt. Ich erinnere mich daran, wie ich während des Zweiten Weltkrieges einmal in einem Pullmannwagen mit vierzig jungen Soldaten fahren mußte. Sie waren wohlerzogen und eine Zierde für jedes Volk. Im Verlauf der Unterhaltung sagte einer zu mir: ,,Mein Vater hat auch weißes Haar." Dann sprach er weiter, und man hörte seiner Stimme an, wie ernst es ihm war: “Wie gern würde ich jetzt seinen grauen Kopf sehen!" Er war mit seinen Kameraden auf der Fahrt zu einem Lager, wo sie ihre Ausbildung beenden sollten, bevor sie nach Übersee in den Kampf geschickt wurden. Sie hatten sich gemeldet, nicht nur um die Entscheidungsfreiheit des Menschen, sondern auch, um die Rechte und die Unantastbarkeit des Heims und der Familie zu verteidigen. Wenn man sein Zuhause und seine Familie so liebt wie dieser junge Soldat, dann wählt man lieber den Tod als die Kapitulation vor einem Feind, der die Familie und alles, was echten amerikanischen Soldaten teuer ist, zerstören würde. Die Freuden des Ehestandes zu genießen, ohne gleichzeitig die Verantwortung auf sich zu nehmen, Kinder großzuziehen, das ist der Wunsch, der jetzt das Gefüge der amerikanischen Familie bedroht. Wenn zu entscheiden ist, wann Kinder kommen sollen, dann muß dies immer mit Intelligenz und gemeinsamer Überlegung geschehen. Die jungen Leute müssen erkennen, daß der vernünftige Aufbau einer Familie schon bei den Jugendlichen unter zwanzig Jahren beginnt. Oft hängt die Gesundheit der Kinder, mit denen ein Ehepaar vielleicht gesegnet sein wird, von den ab, was die Eltern vor ihrer Heirat getan haben. Mai sollte in der Presse, von der Kanzel und hauptsächlich in der Familie öfter zu hören bekommen, daß Jungen und Mädchen schon in der Jugend den Grund fr späteres Glück oder Elend legen. Besonders soll jeder junge Mann sich auf die Verantwortung der Vaterschaft vorbereiten, indem er sich körperlich rein hält so daß er diese Verantwortung nicht als Feigling oder Betrüger auf sich nimmt, sondern als ehrenhafter Mann, der tauglich ist, eine Familie zu gründen. Der junge Mann, der nicht dazu tauglich ist und dennoch die Verantwortung und Vaterschaft auf sich nimmt ist schlimmer als ein Betrüger. Das zukünftige Glück seiner Frau und seiner Kinder hängt von dem Leben ab, das der junge Mann in seiner Jugend geführt hat Laßt uns die Mädchen lehren, daß Mutterschaft etwas Göttliches ist; denn wenn wir mit der Schöpfung des Lebens in Berührung kommen, betreten wir göttliches Gebiet. Daher ist es wichtig, daß die jungen Mädchen erkennen, wie notwendig es ist, daß sie ihren Körper rein und sauber erhalten, damit ihre Kinder unbelastet von Sünde und Krankheit in die Welt eintreten können. Wenn das Kind bei der Geburt durch nichts belastet ist und wenn es einen edlen Charakter erbt, genießt es die größten Segnungen, die es erhalten kann. Keine Mutter hat das Recht, ihrem Kind ein Leben lang Fesseln anzulegen, weil es ihr in der Jugend Vergnügen gemacht hat, gefährliche Drogen zu nehmen und andere Sünden zu begehen. Die Mütter der Menschheit sollen wenigstens so leben, daß sie Kinder gebären können, die nicht von Geburt an durch Krankheit, Schwäche oder Mißbildungen belastet sind, weil die Eltern in ihrer stürmischen Jugendzeit, wie Shakespeare sagt, ,,mit frecher Stirn gar manches tun, was sie entnervt und schwächt". Unkeuschheit ist eins der Übel, die heute die Welt beherrschen. Ich wiederhole, was Präsident Joseph F. Smith einmal gesagt hat.,, Körper und Seele der heutigen Gesellschaft werden durch keinen ekelhafteren Krebs entstellt als durch das schreckliche Elend der gschlechtlichen Sünde. Sie verunreinigt die Quelle des Lebens und hinterläßt den noch Ungeboreren ihre bösen Folgen als ein Vermächtnis des Tode.'." Wer als junger Mann unkeusch lebt, mißbraucht das Vertrauen, das ihm die Eltern des Mädchens schenken, und wer als junges Mädchen unkeusch lebt, ist seinem zukünftigen Ehemann untreu und legt die Grundlage für Elend, Verdächtigungen und Zwietracht im künftigen Heim. Kümmert euch nicht um jene Lehrer, die von Hemmungen sprechen. Denn nur an die ewige Wahrheit, daß Keuschheit ein(Tugend ist, die zu den edelsten Errungenschaften im Leben gehört. Sie ist die Krönung des Frauentums, und jeder echte Mann weiß, daß dies wahr ist. Sie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine glückliche Familie. Es bedeutet keinen Prestigeverlust, wenn man die Richtlinien der Kirche auf würdige Weise einhält. Man kann ,,in" der Welt sein, und muß doch nicht ,,von" der Welt sein. Achtet eure Keuschheit höher als alles andere! Gott hat gesagt, daß wir keusch sein sollen: ,,Du sollst nicht ehebrechen", hat der Herr auf dem Berg Sinai geboten. (Siehe 2. Mose 20:14.) In der Welt greifen zersetzende Kräfte um sich, aber sie können eingedämmt werden, wenn die Jugend rechte Gedanken hegt und hohe Ideale anstrebt. Der uralte Konflikt zwischen Wahrheit und Irrtum wird mit immer größerer Gewalt geführt, und im Augenblick scheint der Irrtum die Oberhand zu gewinnen. Ständig wachsende moralische Gleichgültigkeit und eine weitverbreitete Mißachtung von Ehre und Rechtschaffenheit unterminieren das gesellschaftliche, politische und geschäftliche Leben. Das Ideal der Ehe, das unsere Kirche vertritt, ist in fünf Worten im 49. Abschnitt im Buch LEHRE UND BÜNDNISSE ausgedrückt:,, Gott hat die Ehe ... eingesetzt." Diese Offenbarung wurde im Jahr 1831 gegeben, als Joseph Smith erst 25 Jahre alt war. Wenn wir die Umstände betrachten, unter denen sie empfangen wurde, finden wir darin ein weiteres von Hunderten von Beispielen, die zeigen, daß er vom Herrn inspiriert war. Hier sind Tausende von präsidierenden Beamten aus den Pfählen, Gemeinden, Kollegien und Hilfsorganisationen vor uns, zu denen wir sagen: ,,Es ist Ihre und meine Pflicht, das Ideal der Ehe, wie es in dieser Offenbarung gezeigt wird, aufrechtzuerhalten und vor Gefahren zu schützen, die es herabzuziehen drohen." Es wird gesagt, daß der am besten und edelsten lebt, der sich hohe Ziele steckt. Wenn die jungen Menschen die Ehe als von Gott eingesetzt betrachten, so können sie sich kein besseres Ziel setzen. Dieser Gedanke schützt die Jugendlichen während des Liebeswerbens und bewahrt sie immer wieder davor, etwas zu tun, was ihnen verbieten würde, in den Tempel zu gehen und ihrer Liebe in einer dauernden und ewigen Vereinigung das Siegel der Vollkommenheit aufzudrücken. Dieses Ideal wird sie veranlassen, bei der Wahl ihres Ehegefährten um göttliche Hilfe zu bitten, denn ihr Lebensglück im Diesseits und Jenseits hängt weitgehend von einer klugen Wahl ab. Dieses Ideal macht ihnen das Herz rein und gut und hebt sie zum Vater im Himmel empor. Die meisten Männer und Frauen können diese Freude erleben, wenn sie die hohen Ideale der Ehe und der Familie unterstützen und daran festhalten. Die Zeichen der Zeit zeigen deutlich, daß die Heiligkeit des Ehebundes gefährdet ist. Es gibt Orte, wo man zu jeder Tages- oder Nachtzeit getraut werden kann, ohne vorher irgendwelche Vorbereitungen treffen zu müssen. Bei vielen Paaren, die hierdurch angelockt werden, endet die Ehe mit Enttäuschung und Kummer. Manchmal sind diese Orte nichts weiter als eine Gelegenheit zu gesetzlich geduldeter Unmoral. Soweit es in unserer Macht liegt, müssen wir die jungen Paare vor einer heimlichen und übereilten Eheschließung warnen. Sehr wichtig ist es auch, dem heimtückischen Einfluß von Büchern zu widerstehen, die von einem ,,Bankrott der Ehe" sprechen, die Ehen auf Probe verlangen und das außereheliche Verhältnis auf dieselbe Stufe stellen wie außereheliche Freundschaft. Elternschaft und besonders Mutterschaft sollen als heilige Verpflichtungen betrachtet werden. In den Tiefen der menschlichen Seele gibt es etwas, was sich gegen jede Vernachlässigung der elterlichen Pflichten auflehnt. Gott hat den Seelen der Eltern das Bewußtsein eingepflanzt, daß sie nicht ungestraft der Pflicht, Kindheit und Jugend zu beschützen, ausweichen können. Anscheinend wächst jetzt die Neigung, diese Pflicht von der Familie auf Institutionen wie Schule und Kirche abzuwälzen. So wichtig diese äußeren Einflüsse auch sind, können sie doch niemals den elterlichen Einfluß ersetzen. Ständige Erziehung, ständige Wachsamkeit und Gemeinschaft mit unseren Kindern sind notwendig, um unsere Familie in Ordnung zu halten. Der Charakter eines Kindes wird hauptsächlich in den ersten zwölf Lebensjahren geformt. In dieser Zeit verbringt es zu Hause 16mal soviel Stunden als in der Schule und 126 mal soviel als in der Kirche. Die Kinder werden von ihrem Elternhaus geprägt, und nur wenn die Familie so ist, wie sie sein sollte, werden auch die Kinder so sein, wie sie sein sollten. Luther Burbank der Wissenschaftler, der mit Pflanzen Wunderdinge vollbracht hat, hat sehr eindrücklich betont, wie notwendig es ist, daß man der Erziehung des Kindes ständige Aufmerksamkeit schenkt. Er sagt: ,,Lehren Sie das Kind Selbstachtung. Erziehen Sie es zur Selbstachtung, so wie Sie eine Pflanze zu besserer Leistung erziehen. Kein Mensch, der Selbstachtung besitzt, ist jemals zu einem Verbrecher geworden. Und vergessen Sie vor allen Dingen die Wiederholung nicht - beeinflussen Sie das Kind ständig in der gleichen Weise und weichen Sie niemals davon ab. Auf diese Weise fixiert man Merkmale in den Pflanzen - durch ständige Wiederholung einer bestimmten Einwirkung, bis das Merkmal endlich unwiderruflich feststeht und nicht mehr verändert wird. Sie dürfen sich keine Entmutigung leisten. Sie haben mit etwas viel Kostbarerem als Pflanzen zu tun: mit der kostbaren Seele eines Kindes." Jedes Kind hat grundsätzlich ein Anrecht auf drei Dinge: einen angesehenen Namen, ein Gefühl der Sicherheit und die Gelegenheit zur Entwicklung. Die Familie gibt dem Kind seinen Namen und sein Ansehen in der Gesellschaft. Das Kind möchte, daß seine Familie genauso gut ist wie die seiner Freunde. Es möchte voller Stolz auf seinen Vater zeigen und immer mit Ehrfurcht an seine Mutter denken können. Die Mutter hat die Pflicht, so zu leben, daß ihre Kinder an alles, was schön und rein und gut ist, erinnert werden, wenn sie an sie denken. Und der Vater soll so leben, daß das Kind, wenn es seinem Beispiel folgt, ein guter Staatsbürger und in der Kirche ein treuer Anhänger des Evangeliums Jesu Christi wird. Jedes Kind hat ein Recht darauf, sein Zuhause als einen Zufluchtsort anzusehen, wo es vor den Gefahren und dem Bösen in der Welt draußen sicher ist. Einheit und Unantastbarkeit der Familie sind notwendig, um dieses Bedürfnis zu erfüllen. Das Kind braucht Eltern, die miteinander glücklich sind, die voller Hoffnung ein ideales Leben anstreben und ihre Kinder selbstlos und aufrichtig lieben - kurzum, Eltern, die ausgeglichene Menschen sind, ein bestimmtes Maß an Einsicht besitzen und dem Kind die gesunde Umgebung bieten können, die für seine Entwicklung wichtiger ist als materielle Vorteile. Eine Scheidung raubt den Kindern fast unweigerlich diese Vorteile. Erst kürzlich erhielt ich einen traurigen Brief von einem Jungen, der fast acht Jahre alt war. Ich zitiere daraus: ,,Lieber David 0. McKay ich habe ein Problem mit Vati und Mutti. Sie sind geschieden, und wir (sein Bruder und seine Schwester) möchten wieder zusammen sein. Kannst Du mein Problem lösen? Ich liebe Dich." Welch eine Tragödie für dieses Kind! Wie unglücklich sind die Kinder durch diese Trennung geworden! Die steigende Scheidungsquote in den Vereinigten Staaten bedroht die Größe dieser Nation. Der Anstieg in den gesamten Vereinigten Staaten und in unserem eigenen Staat ist alarmierend. Aus alten und neuzeitlichen heiligen Schriften können wir schließen, daß das Ideal Christi eine ungeteilte Familie ist; und alles, was zur Scheidung beiträgt, verletzt Seine göttlichen Lehren. Die Kirche sieht ungern Scheidungen, ausgenommen bei Ehebruch und anderen extremen Umständen, und die Autoritäten sehen voll Besorgnis, wie die Zahl der Ehescheidungen unter den Mitgliedern der Kirche wächst. Der Mann, der im Hause des Herrn ein heiliges Bündnis eingegangen ist, daß er seinem Ehegelöbnis treu bleiben will, verrät dieses Bündnis, wenn er sich von seiner Frau und seiner Familie trennt, weil er sich in das hübsche Gesicht und die anmutige Gestalt eines jungen Mädchens verliebt hat, das ihm mit einem Lächeln schmeichelt. Selbst wenn eine weite Auslegung der Landesgesetze ihm eine Scheidung ermöglicht, halte ich ihn für unwürdig, seine zweite Ehe im Tempel zu schließen. Und jede Frau, die ihre Ehe wegen selbstsüchtiger Wünsche zerstören will oder ihrem Mann untreu gewesen ist, hat den Bund gebrochen, den sie im Hause des Herrn geschlossen hat. Wenn ein Ehebund aufgelöst wird, so ist das eins der traurigsten Erlebnisse im Leben. Es ist wahrhaftig eine Tragödie, wenn ein Ehepaar, das sich in seiner Liebe gesonnt hat, zuläßt, daß die Wolken des Mißverstehens und der Zwietracht das Licht der Liebe in ihrem Leben verdunkeln. In der Finsternis, die darauf folgt, wird auch der Funken der Liebe in ihren Augen verdeckt, und es hat keinen Zweck, ihn wieder anfachen zu wollen. Wer die Ehe einfach als einen Kontrakt ansieht, den man in einer romantischen Laune oder mit selbstsüchtigen Absichten schließt und bei der ersten Schwierigkeit oder dem ersten Mißverständnis wieder löst, verdient die Verdammung, besonders, wenn Kinder unter dieser Trennung leiden müssen. Die Ehe ist eine heilige Beziehung, die man aus wohlbekannten Gründen eingeht - hauptsächlich, um eine Familie zu gründen. Eine leichtfertige Einstellung zur Ehe, der unüberlegte Vorschlag einer ,,Kameradschaftsehe", die gemeine, teuflische Theorie der sexuellen Freiheit sowie Gerichte, welche die Scheidung zu sehr erleichtern - das sind gefährliche Riffe, auf denen manches Familienschiff gekentert ist. Wenn weniger Familien zerbrechen sollen, muß die bestehende Tendenz, die Ehe als immer weniger wichtig anzusehen, durch das erhabene Bild der Ehe ersetzt werden, das Jesus Christus uns gibt. Wir wollen die Ehe als eine heilige Verpflichtung und als einen Bund ansehen, der ewig besteht oder ewig bestehen kann. Lehren Sie die Jugendlichen beiderlei Geschlechts die Pflichten und Ideale der Ehe, damit ihnen klar wird, daß die Ehe eine Verantwortung darstellt und nicht nach Belieben beendigt werden kann. Lehren Sie sie, daß reine Liebe zwischen beiden Geschlechtern mit das Edelste auf Erden ist, das Kindergebären und -aufziehen die höchste aller menschlichen Pflichten. In dieser Hinsicht haben die Eltern die Pflicht, zu Hause ein Beispiel zu geben, damit die Kinder sehen und lernen, wie heilig das Familienleben ist und welche Verpflichtungen dazu gehören. Die Zahl der zerbrochenen Ehen kann verringert werden, wenn die Paare, schon ehe sie zum Altar kommen, erkennen, daß man einander in der Ehe dient, daß man gibt und empfängt und daß jeder bis zum Äußersten opfern muß. Harriet Beecher Stowe schreibt die klugen Worte: ,,Kein Mann, keine Frau kann ein wahres Heim schaffen, ohne von Anfang an bereit zu sein, dem Leben heroisch die Hand zu reichen und Arbeit und Opfer auf sich zu nehmen. Niemand anders kann die göttliche Kraft erhalten, das auf Erden zu schaffen, was dem Bild des Himmels am nächsten kommt." Auch die Eheschließung im Tempel trägt zur Dauer des Ehebundes bei. Bevor solch eine Ehe geschlossen werden kann, müssen der junge Mann und das junge Mädchen zuerst einen Empfehlungsschein von ihrem Bischof erhalten. Sie sollen selbst zu ihm gehen, und der Bischof, der seine Pflicht kennt, unterrichtet sie darüber, wie heilig die Verpflichtung ist, die sie auf sich nehmen wollen. Er betont auch alle Schutzmaßnahmen, die ich eben erwähnt habe. So erhalten diese jungen Menschen, bevor sie die Verpflichtung der Ehe auf sich nehmen, vom Priestertum Belehrung über die Heiligkeit des Bundes, der vor ihnen liegt, und darüber hinaus können sie selbst bestimmen, ob sie wirklich bereit sind, rein und geheiligt vor den Altar Gottes zu treten und dort ihr Gelübde und ihre Liebe zu siegeln. Schließlich gibt es noch einen Grundsatz, der meiner Ansicht nach die Grundlage für eheliches Glück bildet, und das ist der Maßstab der Reinheit, welche die treuen Mitglieder der Kirche lehren und in ihrem Leben verwirklichen. In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzen Tage gibt es nur einen einzigen moralischen Maßstab. Ein junger Mann hat nicht mehr Anrecht auf Unkeuschheit als ein junges Mädchen. Der junge Mann, der vom Bischof einen Empfehlungsschein haben möchte, um mit einem reinen Mädchen vor den Altar zu treten, muß dieselbe Reinheit bieten können, die er erwartet. Um dieses große Problem der steigenden Scheidungsziffern zu lösen, können wir uns mit Sicherheit Jesus zum Führer wählen. Er hat gesagt, daß der Ehebund göttlichen Ursprungs ist, denn ,,Gott hat die Ehe ... eingesetzt" (LuB 49:15), und daß diese nur unter außergewöhnlichen Umständen gelöst werden soll. In den Lehren der Kirche Christi nimmt die Familie eine bedeutende Rolle in der Entwicklung des einzelnen und der Gesellschaft ein. Glücklich, ja dreifach glücklich sind alle, die sich ununterbrochener Einigkeit erfreuen können. Ihre Liebe, durch keine Klagen beeinträchtigt, soll nicht aufgelöst werden. Wenn die Ehe durch die Vollmacht des heiligen Priestertums gesiegelt ist, bleibt sie, genau wie die Einheit der Familie, durch Zeit und Ewigkeit hindurch bestehen.,, Was . . . Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden" (Mark. 10:9). Gott segne uns, damit wir ernsthaft aufrichtig und im Gebet die Heiligkeit der Familie und des Ehebündnisses erkennen; dies ist mein Gebet im Namen Jesu Christi. Amen.
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Ein Informationsangebot über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage