![]() WARUM BRAUCHEN WIR TEMPEL?
Präsident Gordon B. Hinckley Hat es je einen Menschen gegeben der nicht in stiller Besinnung über die tiefsten Geheimnisse des Lebens nachgedacht hat? Fragt er sich dann nicht: ,,Woher komme ich? Warum bin ich hier? Wohin gehe ich? Wie sieht meine Beziehung zu meinem Schöpfer aus? Wird der Tod mir die Beziehung zu den Menschen rauben, die mir am kostbarsten sind? Was ist mit meinen Ehepartner und meinen Kindern ? Wird es nach diesem Leben weitergehen und wenn ja, werden wir einander dort kennen?" Die Antworten auf diese Fragen sind nicht in menschlicher Weisheit zu finden, sondern nur im offenbarten Wort Gottes. Ein Tempel der Kirche Jesu Christi der heiligen der Letzten Tage ist ein heiliges Gebäude, in dem diese und andere Fragen bezüglich der Ewigkeit beantwortet werden. jeder Tempel wird dem Herrn geweiht, als Ort der Heiligkeit und des Friedens, abgeschieden von der Welt, und es werden dort Wahrheiten gelehrt und heilige Handlungen vollzogen, die Kenntnis von Ewigem vermitteln und den Teilnehmer darauf einstimmen, daß er als Kind Gottes dessen Erbe ist und ihm als ewig lebendes Wesen unendliche Möglichkeiten offenstehen. Diese Gebäude, die anders sind als die Gemeindehäusern die über die ganze Erde verstreut sind, dienen einem einzigartigen Zweck, wie ihn kein anderes religiöses Bauwerk hat. Nicht die Größe oder architektonische Schönheit macht den Tempel zu dem, was er ist, sondern die Arbeit, die in seinen Mauern getan wird. Die Nutzung bestimmter Gebäude für spezielle heilige Handlungen, die sich von anderen religiösen Gebäuden unterscheiden, ist nicht neu. Auch im alten Israel gab es sie, wo das Volk regelmäßig zum Gottesdienst in die Synagoge kam. Die heiligere Stätte in der Wildnis war zunächst das Offenbarungszelt mit dem Allerheiligsten. Später wurden mehrere Tempel gebaut, in denen heilige Handlungen vollzogen wurden, an denen nur die teilnehmen konnten, die dafür würdig waren. So ist es auch heute. Bevor ein Tempel geweiht wird, lädt die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage die Öffentlichkeit ein, das Gebäude zu besichtigen. Doch mit der Weihung wird es zum Haus des Herrn, das so heilig ist, daß nur die Mitglieder der Kirche in gutem Stand eintreten dürfen. Es geht nicht um die Wahrung von Geheimnissen, sondern um die Wahrung der Heiligkeit. Bei der Arbeit in diesen Gebäuden werden Gottes ewige Absichten in bezug auf den Menschen dargestellt, der ja Gottes Kind und Geschöpf ist. Zum größten Teil geht es um die Familie, da jeder von uns zu Gottes ewiger Familie gehört und Teil einer irdischen Familie ist. Es geht um die Heiligkeit und den ewigen Bestand des Ehebundes und der Familie. Es wird bekräftigt, daß jeder Mensch als Kind Gottes geboren wird, ausgestattet mit einem Anteil an seiner Natur. Die Wiederholung dieser grundlegenden Lehren hat eine heilsame Wirkung auf den Zuhörer, denn ihm wird in großartiger und eindrucksvoller Sprache eingeprägt: da jeder Mensch ein Kind des himmlischen Vaters ist, gehört auch jeder zur göttlichen Familie und ist jeder Mensch sein Bruder beziehungsweise seine Schwester. Als der Herr von dem Schriftgelehrten gefragt wurde: ,,Welches Gebot ist das erste von allen?", erwiderte er: ,,Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Markus 12:28,30,31.) Die Lehren, die im heutigen Tempel vermittelt werden, betonen nachdrücklich diese grundlegende Verpflichtung des Menschen gegenüber seinem Schöpfer und seinem Bruder. Die heiligen Handlungen verdeutlichen diese erhebende Anschauung von der Familie Gottes. Sie lehren, daß der Geist in einem jeden von uns ewig ist, im Gegensatz zum sterblichen Körper. Sie vermitteln nicht nur einen Einblick in diese erhabenen Wahrheiten, sondern motivieren den Teilnehmer auch, Gott zu lieben, und spornen ihn dazu an, zu den anderen Kindern unseres Vaters gut zu sein. Wenn wir anerkennen, daß der Mensch ein Kind Gottes ist, hat das irdische Leben für uns einen gottgegebenen Zweck. Auch dazu wird im Haus des Herrn offenbarte Wahrheit gelehrt. Das Erdenleben ist Teil einer ewigen Reise. Wir haben als Geistkinder gelebt, bevor wir hier herkamen. Die heiligen Schriften bezeugen dies, beispielsweise in den Worten des Herrn an Jeremia: ,,Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt." ( Jeremiah:5.) Wir kommen als Kind irdischer Eltern und Angehöriger einer Familie in dieses Leben. Die Eltern sind Partner Gottes, indem sie seine ewigen Absichten für seine Kinder verwirklichen. Deshalb ist die Familie eine gottgegebene Einrichtung, die wichtigste in der Sterblichkeit und in der Ewigkeit. Bei der Arbeit, die im Tempel verrichtet wird, geht es hauptsächlich um die Familie. Um verstehen zu können, was sie bedeutet, müssen wir uns dessen bewußt sein, daß wir als Gottes Kinder gelebt haben, ehe wir auf die Erde geboren wurden, daß wir nach dem Tod weiter leben werden und daß die kostbaren und beglückenden Beziehungen der Sterblichkeit, deren schönste und bedeutendste die Familie ist, in der zukünftigen Welt weiterbestehen können. Wenn Ehepartner zum Haus des Herrn kommen und an seinen Segnungen teilhaben, werden sie nicht nur für ihr irdisches Leben sondern für alle Ewigkeit miteinander verbunden und zwar mit einer Vollmacht, die nicht den Landesgesetzen entspringt nach denen sie verbunden werden, bis der Tod sie scheidet, sondern durch das ewige Priestertum Gottes, das sowohl im Himmel als auch auf Erden bindet. Einem Ehepaar, das solchermaßen verheiratet ist, ist durch göttliche Offenbarung zugesichert, daß seine Beziehung zueinander und zu den Kindern nicht mit dem Tod endet, sondern in Ewigkeit bestehen wird, vorausgesetzt, sie leben so, daß sie dessen würdig sind. Hat es je einen Mann gegeben, der seine Frau aufrichtig liebte, oder je eine Frau, die ihren Mann aufrichtig liebte und sich nicht wünschte, die Beziehung möge über das Grab hinaus bestehen? Haben Eltern je ein Kind beerdigt, ohne sich zu wünschen, es möge in der künftigen Welt wieder zu ihnen gehören? Kann irgend jemand, der an das ewige Leben glaubt, bezweifeln, daß der Gott des Himmels seinen Söhnen und Töchtern dieses Kostbarste im Leben gewährt, nämlich die Liebe, die in der Familie ihren bedeutendsten Ausdruck findet? Nein, die Vernunft gebietet, daß die Familie auch nach dem Tod weiterbesteht. Das Menschenherz sehnt sich danach. Der Gott des Himmels hat offenbart, wie dies gesichert werden kann. Die heiligen Handlungen im Haus des Herrn gewährleisten es. Allerdings wären wir sehr egoistisch, wenn diese Segnungen nur den derzeitigen Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage offenständen. Tatsache ist, daß jeder in den Tempel kommen und an seinen Segnungen teilhaben kann, der das Evangelium annimmt und sich taufen läßt. Aus diesem Grund betreibt die Kirche in weiten Teilen der Welt Missionsarbeit, die sie noch so weit wie möglich ausdehnen möchte, denn ihr ist durch göttliche Offenbarung geboten worden, das Evangelium ,,jedem Volk und Geschlecht und jeder Sprache" zu predigen. Es gibt allerdings noch unzählige Millionen, die auf der Erde gelebt und nie die Möglichkeit gehabt haben, das Evangelium zu hören. Sollen ihnen die Segnungen vorenthalten bleiben, die in den Tempeln der Kirche gewährt werden? Durch lebende Stellvertreter können die Verstorbenen die gleichen Handlungen empfangen wie die Lebenden. In der Geisterwelt steht es ihnen frei, die irdischen Verordnungen, die für sie vollzogen werden, anzunehmen oder abzulehnen, einschließlich der Taufe, der Eheschließung und der Siegelung an die Angehörigen. Es darf im Werk des Herrn keinen Zwang geben, aber das Angebot gilt allen. Diese stellvertretende Arbeit stellt ein beispielloses Liebeswerk der Lebenden für die Verstorbenen dar. Es ist dazu notwendig, daß umfangreiche genealogische Forschungen vorgenommen werden, damit man diejenigen, die vor uns gelebt haben, identifizieren kann. Um bei diesen Forschungen zu helfen, koordiniert die Kirche ein genealogisches Programm und unterhält Forschungseinrichtungen, die in der ganzen Welt nicht ihresgleichen haben. Ihre Archive sind der Öffentlichkeit zugänglich und werden von vielen benutzt, die keine Mitglieder der Kirche sind, aber nach ihren Vorfahren forschen möchten. Das Programm wird von Genealogen in der ganzen Welt gelobt und von vielen Ländern nachgeahmt, die ihre Aufzeichnungen bewahren wollen. In erster Linie dient es aber dazu, den Mitgliedern der Kirche die Hilfsmittel an die Hand zu geben, die sie brauchen, um ihre verstorbenen Vorfahren zu ermitteln, damit sie ihnen die Segnungen zugänglich machen können, die sie selbst genießen. Sie sagen sich praktisch: ,,Wenn ich meinen Ehepartner und meine Kinder so sehr liebe, daß ich in alle Ewigkeit mit ihnen zusammen sein möchte, warum sollen dann nicht mein Großvater und mein Urgroßvater und alle anderen Vorfahren die gleichen ewigen Segnungen haben?" Und so sind diese heiligen Gebäude Schauplatz ungeheurer Arbeit, die leise und andächtig verrichtet wird. Das erinnert an die Vision Johannes des Offenbarers, in der diese Frage und die dazugehörige Antwort zu finden sind: ,,Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen, und woher sind sie gekommen?.. .Es sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht. Deshalb stehen sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel." (Offenbarung 7:13-15.) Wer in dieses heilige Raus kommt, trägt dort weiße Kleidung. Er kommt nur auf Empfehlung seiner örtlichen kirchlichen Autoritäten, die seine Würdigkeit bestätigen. Es wird von ihm erwartet! daß er rein ist in Gedanken, rein an Körper und Kleidung, wenn er den Tempel Gottes betritt Es wird dort von ihm erwartet, daß er die Welt zurückläßt und sich auf Göttliches konzentriert. Diese Arbeit, wenn wir sie so nennen wollen, hat schon ihren Lohn in sich, denn wer möchte in diesen schweren Zeiten nicht gelegentlich die Welt hinter sich lassen und in das Haus Gottes eintreten, um dort still über die Ewigkeit und Gott nachzusinnen? Diese heilige Umgebung macht es uns wie nirgendwo anders möglich, das zu lernen und über das nachzudenken, was wirklich wichtig ist im Leben, nämlich unsere Beziehung zur Gottheit und unsere ewige Reise vom Vorherdasein durch dieses Leben und zu einem zukünftigen Leben, wo wir einander kennen und miteinander Umgang haben werden, auch mit unseren Lieben und unseren Vorfahren, die uns vorangegangen sind, von denen wir unser Erbe an Körper, Verstand und Geist übernommen haben. Der Tempel ist gewiß einzigartig unter allen Gebäuden. Er ist ein Haus der Unterweisung, eine Stätte der Bündnisse und Verheißungen. Dort knien wir am Altar vor Gott unserem Schöpfer, und es werden uns immerwährende Segnungen verheißen. An diesem heiligen Ort haben wir mit ihm Gemeinschaft und sinnen nach über seiner Sohn, unseren Erretter und Erlöser, den Herrn Jesu Christus, der sich als Stellvertreter für jeden von uns geopfert hat. Hier legen wir unseren Egoismus ab und dienen denen, die sich nicht selbst helfen können. Hier werden wir in den heiligsten aller Beziehungen mit einander verbunden als Mann und Frau, als Kinder und Eltern, als Familie, und zwar mit einer Siegelung, die die Zeit nicht zerstört und der Tod nicht zerreißt. Diese heiligen Gebäude wurden sogar in den finsteren Jahren errichtet, als die Heiligen der Letzten Tage erbarmungslos vertrieben und verfolgt wurden. Sie sind in Zeiten der Armut und des Wohlstands erbaut und unterhalten worden. Sie entspringen dem Glauben der beständig wachsenden Zahl derer, die Zeugnis geben vom lebendigen Gott, vom auferstandenen Herrn, von Propheten und göttlicher Offenbarung und vom Frieden und der Gewißheit ewiger Segnungen, die nur im Haus des Herrn zu finden sind.
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ormoneninfo

Ein Informationsangebot über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage